Ziel der Lernbiografie ist es, vor allem informell und non-formal erworbene Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten zu erarbeiten, um das bisher erfolgreich Gelernte in seiner Gesamtheit sichtbar, erkennbar und durch Reflexion für zukünftiges Lernen nutzbar zu machen. Ein weiteres Ziel ist die Erhöhung des Selbstwertgefühls, das Sichtbarmachen von Erfolgen in der eigenen Biografie, in gemeisterten Lebenskrisen. Im eigenen Leben ist jede und jeder Expertin und Experte, alle haben Erfolge gehabt, die vielleicht bisher im Schatten lagen und mit dieser Übung ins Licht gestellt werden sollen.

Das Triptychon, also das dreigeteilte Bild, hat sich in der Arbeit mit Bildungsbenachteiligten als besonders geeignet herausgestellt. Das erste Bild, der erste Flügel des Bogens steht für die Kindheit. Die Teilnehmenden sollen selbst festlegen, wie lange für sie die Kindheit gedauert hat. Der zweite Teil steht für die Jugend, der dritte Teil für das Erwachsenenalter, das Hier und Jetzt (etwa für Migrantinnen und Migranten die Zeit in Österreich). Die Teilnehmenden entscheiden das selbst.

Die Übung kann nicht an einem Tag gemacht werden, weil die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, das Erinnern längere Zeiträume braucht, in denen die Teilnehmenden sich nicht bewusst mit ihrer Vergangenheit beschäftigen müssen. Eine weitere wichtige Voraussetzung in diesem Zusammenhang ist auch, dass nicht alles preisgegeben werden muss. Eine kleine Markierung, ein Symbol kann ein wichtiges Ereignis bezeichnen, das nur für die Teilnehmerin, den Teilnehmer entzifferbar ist. Es ist aber von Bedeutung, dass es auf dem Blatt sichtbar und nicht nur gedacht ist, damit es nicht wieder verloren geht.

Es kann geschrieben, gezeichnet, gemalt werden, eigene Fotos können verwendet werden, aber auch Bilder aus Zeitschriften, die für etwas in der eigenen Biografie stehen.

Diese Übung muss gut begeitet werden, jede, jeder Einzelne braucht viel Unterstützung beim Erstellen des lernbiografischen Triptychons. Am Ende der Übung steht die Präsentation vor der Gruppe.

Wir sehen diese Übung als Kernstück der Basisgruppe, als Basis für das Lernen.

  • Raum: Seminarraum mit Tischen
  • Zeit: mehrere Stunden, am besten über mehrere Tage
  • Sozialform: Einzelarbeit
  • Material: schönes Zeichenpapier, Stifte, Fotografien, Bilder