Die Innovation von “Im Fordergund lernen” bestand darin, dass es am Beginn des Kurses eine so genannte Basisgruppe in einem beträchtlichen Stundenausmaß (7 Wochen, insgesamt 70 Stunden) ohne Fokus auf die herkömmlich bekannten Basisbildungslerninhalte gab. Diese Abweichung von üblichen Kursabläufen hatte zu Beginn nicht nur bei den Teilnehmenden zu Irritationen geführt, sondern auch im Team von Fordergrund.

Kernthemen der Basisgruppe waren Standortbestimmung und Zielarbeit: Bisherige Erfolge wurden bewusst und vorhandene Kompetenzen sichtbar gemacht. Das passierte, indem die Teilnehmenden in der Auseinandersetzung mit ihrer Biografie Lebenserfahrungen als Lernerfahrungen erkannten und so non-formales und informelles Lernen in seiner Bedeutung in den Mittelpunkt gerückt wurde. Dieser Prozess bedarf in hohem Maße der Fähigkeit zur Selbstreflexion und führt zudem zu einer Stärkung des Selbstwertgefühls. Von besonderer Bedeutung war es in diesem Zusammenhang, vorher ausreichend Raum und Zeit für ein Kennenlernen zu schaffen, um Beziehung und eine vertrauensvolle Lernumgebung herzustellen. In der Basisgruppe setzten sich die Teilnehmenden außerdem mit ihren persönlichen Lernstrategien auseinander, legten individuelle Lernziele fest und planten konkrete nächste Schritte. Schlüsselfragen für die Teilnehmenden waren: Was habe ich gelernt? Wie habe ich gut gelernt bzw. wie lerne ich gut? Was genau will ich noch lernen? Wie kann ich mich vor der Gruppe präsentieren und ausdrücken?

Die Herausforderung für uns als Trainerinnen und Trainer lag darin, nicht zu schnell vorzugehen, nichts zu übersehen und für jede Person jene Anleitung zu finden, die es den Betreffenden ermöglichte, sich auf diesen Prozess einzulassen. Für einen Großteil der Teilnehmenden waren die verwendeten Methoden neu – die an sie gestellten Aufgaben konnten verständlicherweise nur gelöst werden, wenn sie von den Teilnehmenden auch verstanden wurden. Durch die angewandten Methoden und den Gruppenprozess wurde für die Teilnehmenden jedoch sicht- und spürbar, dass sie aktiver Teil der Gruppe sind, sie gehört werden und sie etwas zu sagen und einzubringen haben.

Im Gegensatz zu den darauffolgenden Lerngruppen bestand in der Basisgruppe Anwesenheitspflicht, weil sie einen aufbauenden Prozess darstellte.