Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kannten die Zahlen, hatten ein Mengenverständnis im Zahlenraum 1.000 und viele konnten die Grundrechnungsarten (Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division). Das mechanische Rechnen bereitete den meisten keine Schwierigkeiten, da alle Menschen mit Geld umgehen, automatisch mit Geld rechnen und damit eine alltägliche Rechenkompetenz mitbringen. Probleme bereitete die Abstraktion vom Alltagsrechnen zur Formel und von der Formel in den Alltag.

Eine große Herausforderung stellten die Fachbegriffe in der Mathematik dar – hier musste erst die Fachsprache aus Rechnen erworben werden. Ebenfalls schwierig waren Sachaufgaben, die eine höhere Sprachkompetenz aus Deutsch erforderten, um die komplexeren Rechenoperationen zu verstehen und zu lösen. Verhältniswörter und deren Bedeutung mussten zuerst erkannt und verstanden werden, um den Inhalt rechentechnisch umsetzen zu können. Manchen Teilnehmenden fiel es sehr schwer mit Lineal, Zirkel oder Geodreieck umzugehen oder auf kariertem Papier in Kästchen zu schreiben (Feinmotorik).  Basale strukturale Kenntnisse und Ordnungssysteme mussten außerdem eingeführt und geübt werden.

In den Lerngruppen bereiteten die Teilnehmenden sich entweder für entsprechende Tests zur Aufnahme in den Vorbereitungskurs der Externen Hauptschule vor oder beschäftigten sich mit Rechnen im Alltag: gemeinsames Herstellen (Pizza backen, Salben) – Maße und Gewichte, Bruchrechnen und ähnliches, Einkaufsbelege kontrollieren – Grundrechenarten, Umgang mit vorhandenem Geld und seine Einteilung (zum Beispiel: Miete, Bekleidung) – Prozentrechnung;

Ziel war es, abstrakte Rechenoperationen in alltägliche, authentische Sachaufgaben einzubetten, Abstraktes konkret zu machen und umgekehrt und damit den Erwerb alltagstauglicher Rechenkompetenzen zu ermöglichen – das heißt ein Stück mehr Autonomie in den individuellen Lebenswelten erreichen.

Neben der höheren Rechenkompetenz gab es den Zugewinn des unbewussten Spracherwerbs, denn Lesen und Verstehen wurden damit selbstverständlich auch gefördert.